Hauptsächlich waren LKWs unterwegs und das zu 99% Mercedes, gelegentlich auch ein MAN. Chinesische LKWs konnte ich nicht entdecken. Die Fahrzeuge stammen meist aus Deutschland, das konnte man an den alten Adress- und Werbeaufschriften erkennen.
Für die erste Übernachtung fanden wir eine abgelegene Behausung mit einer Moschee und wenigen sehr netten Kindern, wir hatten diesmal unsere Ruhe.
Der zweite Tag verlief ähnlich, die Landschaft wechselte nicht mehr, aber die Straßen und sie wurden zu einem Nightmare. Wir reden nicht mehr über Schlaglöcher, sondern Schlaggräben und die verlaufen meist quer über die gesamte Straßenbreite. Viele Kinder nutzten diese Stellen um hartgekochte Eier zu verkaufen, dabei stehen sie mitten auf der Straße denn hier ist kleiner Schrittgeschwindigkeit angesagt.
Zusätzlich spürten wir einen deutlichen Anstieg des Verkehrsaufkommens, mehr PKWs und Motorräder und das bedeutet Überholmanöver von allen Seiten. An diesem Tag schafften wir nur 200 km, aber wir hatten wieder Glück mit unserem Übernachtungsplatz. An einer Tankstelle konnten wir uns hinter einem Erdwall verstecken und hatten nur Besuch vom Tankstellenbesitzer, der dann auch sofort die Reparatur meines Reifens übernahm. Ich hatte mir eine lange Schraube samt großer Beilagscheibe eingefahren. Das Flickmaterial hatte ich natürlich dabei und in fünf Minuten war das erledigt.
Jetzt hatten wir noch 100 km nach Kandahar und die Schlaglochqualität steigerte sich weiter, es wurde anstrengend.
Eine interessante Sache haben wir über einen kurzen Streckenabschnitt beobachtet: Eine Anbaumethode, wir vermuten es sind Weinreben. Diese wurden an schräg angelegte Mauern gepflanzt, ähnlich einer Stütze um sie vor dem Umfallen zu schützen, so sah es zumindest für uns aus. Birgit hat es gut fotografisch dokumentiert. Übrigens stammen alle Bilder die während der Fahrt entstanden von Birgit, die aus dem fahrenden Fahrzeug fotografieren konnte. Mir blieben leider nur die Fahrpausen.
Gegen 12:00 erreichten wir Kandahar und besichtigten kurz die Rote Moschee. Es ist Freitag und wir hatten den Eindruck nicht sehr erwünscht zu sein. Die Taliban machten uns deutlich dass wir jetzt verschwinden sollten. Wir haben es schon einige Male erlebt, dass das Betreten der Moschee am Freitag nicht erlaubt ist, für Ungläubige wohlgemerkt.
Während unseres Mittagessens lernten wir einen Afghani kennen, der uns einen Übernachtungsplatz zeigte und hier sitze ich in der Wohnkabine und schreibe, immer wieder unterbrochen von dem Geklopfe an unsere Kabine mit Gelabere und das seit Stunden.
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