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Ich sitze gerade am Strand von South Beach in der Nähe von Aquaba und beobachte die Kitesurfer, neben uns eine Gruppe von Tauchschülern die ihre Anfängerausbildung absolvieren. Darunter einige Damen und man glaubt es kaum - in voller Schleier Montur, bin schon gespannt wie sie die Tauchmasken aufsetzen und ich hab Erbarmen bei diesen Temperaturen, tröstlich nur der frische Wind.

Wir haben gerade schnelles Internet und ich muss die Gelegenheit nutzen, die letzten Bilder von Saud-Arabien hochzuladen und ein kleinwenig zu schreiben. Es sind einige Wochen vergangen und wieder heißt es, sich zurück zu besinnen. Aber diesmal sollte es nicht allzu schwer sein, denn das Erlebte kann am besten in Bildern gezeigt werden. Wir waren fast ausschließlich off-road unterwegs mit kurzen Strecken über Asphalt. Dabei waren einige touristische Highlights, die wir im Schnellgang absolvierten, aber man sollte sie gesehen haben.

 

Maraya (arabisch Spiegel): eine Konzerthalle voll verspiegelt und platziert in eine atemberaubende Landschaft, einer Senke umrandet von hohen Felsformationen. Erschaffen wurde dieses außergewöhnliche Gebäude von einem italienisch/deutschem Designer-Team und es ist das Größte weltweit, kein Wunder es liegt in Saudi. Das Umfeld scheint von den Saudis designed zu sein: zwei Funkmasten in unmittelbarer Nähe sowie ein riesiger Parkplatz, alles spiegelt sich wunderbar in dem Gebäude. Zum Glück ist eine Gebäudeseite frei von störenden Elementen, vielleicht war das sogar so gewollt. Der Zutritt zu diesem riesigen Gelände ist natürlich kontrolliert und in der Regel nur erlaubt in Verbindung mit einer Reservierung im Restaurant der Konzerthalle, was für ein Schwachsinn. Während des Ramadan gab es eine Ausnahme: in Verbindung mit einem kostenpflichtigen (25€/Prs.) Besuch der Nabatäer-Gräber gab es eine Freikarte sogar für den Zutritt in das Gebäude. Der wachhabende Security Officer am Eingangstor hatte darüber natürlich keine Ahnung und musste mit viel Gelaber erstmal überzeugt werden. 

Hegra die Nabatäer Gräber: Birgit wollte sie unbedingt sehen, also zahlten wir die 25€ pro Person für eine zweistündige Busfahrt durch das sehr weitläufige Gelände mit einigen Stopps zur näheren Besichtigung der in Sandstein gehauenen Grabstätten. Noch vor kurzer Zeit konnte man das Gelände selbständig befahren. Die Nabatäer, ich nenne sie immer die Raubritter, lebten vorwiegend von den Zollgebühren der Weihrauchstraße. Interessant sind die Bewässerungssysteme der Nabatäer, das Wassersammeln in dieser bergigen Wüstengegend ist eine besondere Herausforderung, denn das Wasser gelangt nur sturmflutartig aus den Wadis und muss gesammelt und verteilt werden. Eine interessante Einnahmequelle war der Handel mit Betumen, den sie aus dem Toten Meer fischten. Die Ägypter verwendeten ihn zur Einbalsamierung ihrer Toten. Eine weitere Kultstätte der Nabatäer liegt in Jordanien Wadi Musa, namens Petra. So, Schluss mit Kultur jetzt geht es bis zum Ende unserer Reise in Saudi wieder entlang und durch traumhaft schöne Landschaften.  

Die Strecken führen uns erst westlich dann weiter in den Norden bzw. Nord-Westen Arabiens. Wir treffen auf gewaltige Steinbögen, enge Schluchten, riesige Canyons und traumhafte Wadis. Die Strecken sind teilweise grausame Stein- und Geröllpisten, wechseln aber oft in angenehm zu befahrende Standpisten und fordern gelegentlich etwas Aufmerksamkeit wenn steile weichsandige Anstiege zu meistern sind, aber genau das macht auch Spaß. Meist fahren wir mit reduziertem Luftdruck selbst bei steinigem Untergrund, es schont das Fahrzeug,  wenn auch nicht zwangsweise die Bereifung. Ich hoffe die Bilder vermitteln einen kleinen Eindruck.

Die letzte Station ein Foto-Objekt, das mir am Herzen lag war ein Flugzeugwrack quer ab am Eingang zum Golf von Aqaba. Dazu schwenkten wir wieder etwas südlich um schließlich entlang der Küstenstraße nach Aqaba zu gelangen, so war zumindest unsere Vorstellung. Aber die Vorstellung ging nicht ganz auf, die gesamte Küstenstraße war gesperrt, warum auch immer, ich vermute eine Baustelle nach der anderen und die Straße war wohl für ständig wiederholende Ausweichmanöver nicht geeignet. Folglich wieder zurück und über Al Bad in den Norden zur Grenzstation und Aqaba.

Das Flugzeugwrack, ein amerikanisches Wasserflugzeug, die Catalina wurde in den 60ern von einem amerikanischen Millionär der mit seiner Familie die Welt umrunden wollte, hier auf Sand gesetzt. Angeblich hatte er keine Überflug-Genehmigung und wurde von den Saudis beschossen, das ihn dann zu dieser doch spektakulären Landung zwang. Keine der Insassen wurde verletzt und alle kehrten in die USA zurück. Ob das alles stimmt kann ich nicht sagen, es wird so erzählt.

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