Marakesch 2

20. Januar 2023
Author Text: Birgit Funk

Für die Nacht finden wir einen schönen Platz in einem trockenen Flussbett. Morgens zieht eine grosse gemischte Herde aus Ziegen und Schafen, zwei Eseln und den beiden Hirten an unserem Lager vorbei. Gleich sind auch die Ziegen schon auf die knorrigen Bäume geklettert, um zartes Grün von den Wipfeln zu fressen. Der Platz ist schön und das Wetter traumhaft. Wir richten es uns gemütlich ein und wären auch noch gerne bis morgen geblieben, wäre nicht ein Mann vorbeigekommen, der uns bedeutet, dass es hier nicht sicher wäre zu stehen. Auch mit Waffengewalt wäre zu rechnen, was uns auch seine Frau in Englisch am Telefon erklärt. Der Nächste, der sich die Mühe zu uns macht, macht weit weniger Anstalten, doch es wird auch diesmal klar, dass wir diesen Platz verlassen sollen. Wer hätte das gedacht!?

Am weiteren Nachmittag machen wir uns weiter des Weges auf nach einem Stellplatz. Es geht auf 1500/1600 Meter. An einer schönen Stelle mit weitem Blick übers Tal richten wir uns diesmal ein. Weit nach Sonnenuntergang versuchen einige Männer unsere Aufmerksamkeit auf sie zu lenken, indem sie an unser Fahrzeug klopfen. Und schon wiederholt sich das Schauspiel vom Nachmittag. Ein Lehrer ist darunter, der neben Spanisch auch Englisch beherrscht und uns erklärt: es wäre zu unsicher, hier zu stehen; wir sollten hier nicht stehen bleiben; man könnte umgebracht werden; wir sollten zirka 20 Kilometer zum Schutz in die nächste Ortschaft fahren. So fahren wir halt wieder ...

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